Soziale Netzwerkanalysen machen zwischenmenschliche Beziehungen und Interaktionen sichtbar und liefern so wertvolle Erkenntnisse für die Erforschung von menschlichem Verhalten und den dahinterliegenden Beweggründen. Die achte europäische Konferenz für Soziale Netzwerke bringt Forschende dieses Bereiches zusammenzusammen, um Austausch und Innovation zu fördern. Sie wurde veranstaltet vom Institute for Analytical Sociology (IAS) in Zusammenarbeit mit dem Swedish Excellence Centre for Computational Social Science (SweCSS).
Antonia Knapp nahm am ersten Konferenztag an einem Workshop von Elisa Bellotti über die Anwendung von sozialen Netzwerkanalysen als wissenschaftliche Methode teil. Der zweite Tag wurde mit einer Keynote von Andreas Flache zur Anwendung von agentenbasierter Modellierung zur Analyse von sozialen Netzwerken eingeleitet. Er präsentierte zwei Anwendungsbeispiele, bei denen agentenbasierte Modellierung als Ergänzung im Forschungsprozess angewandt wurde, um mikro- und makrosoziologische Perspektiven zu verbinden.
In den thematischen Vortragsblöcken präsentierte Antonia Knapp ihre und Hermine Mitters aktuelle Forschung im Rahmen des Cluster of Excellence – Circular Bioengineering unter dem Titel „Exploring the social dimension of an Austrian biorefinery by using mixed methods for social network analysis“.
Bioraffinerien leisten einen bedeutenden Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen aus fossilen Materialien, denn bei ihnen stellen nachwachsende Rohstoffe das Ausgangsmaterial dar. Mit der Produktion von biobasierten Kraftstoffen, Chemikalien, Materialien und Stoffen setzen sie praktisch den Wandel zu einer fossilfreien Zukunft um. Durch die Analyse von Gegebenheiten und Auswirkungen von Bioraffinerien mit der Sozialen Netzwerkanalyse wird die aktuelle Forschung um eine sozialwissenschaftliche Perspektive ergänzt. Das Innovationspotenzial und die Auswirkungen für die Regionen und die Bevölkerung, in denen Bioraffinerien stehen, wird erörtert. Vorerst setzen Hermine Mitter und Antonia Knapp ihren Fokus auf Bioraffinerien in Österreich.
Abgerundet wurde das Konferenzprogramm durch ein Treffen des Early and Middle Career Researchers on Social Networks (EMCRs), einer Stadtführung in Norrköping und einem gemeinsamen Abendessen. Hier standen der Austausch und mögliche Zusammenarbeit mit anderen Forschenden rund um das Thema soziale Netzwerke im Vordergrund.
Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es auf der offiziellen Seite der Konferenz.