Das Thema der diesjährigen Zukunftskonferenz an der BOKU stand ganz im Zeichen des Cluster of Excellence - Circular Bioengineering. “No Waste: Wie Bioengineering den Kreislauf schließt” steht sinnbildlich für die Vision des Clusters von einer nachhaltigen Bioökonomie. Mit der Expertise von fünf österreichischen Universitäten möchte der Cluster in enger Kooperation mit Praxispartner:innen Innovationen anstoßen und Wege zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft erforschen. Als Teil des FWF-Programms “excellent=austria” steht der Cluster für herausragende interdisziplinäre Forschung.
Neben verschiedenen Vorträgen und Diskussionsrunden war der Cluster mit vielen Forschenden vor Ort präsent. Die inhaltliche Ausarbeitung der Veranstaltung fand maßgeblich in Kooperation mit dem Cluster statt. An den zwei darauffolgenden Tagen fand das jährliche Treffen des Clusters statt, zu dem auch Hermine Mitter und Antonia Knapp vom SCCHuB beitrugen.
In dem Artikel “Kreislaufwirtschaft zwischen Labor und Raffinerie” spricht der Forschungsdirektor des Clusters, Roland Ludwig, über die aktuellen Herausforderungen der Transformation zur Kreislaufwirtschaft. Er ist sich der Wichtigkeit der sozialen Dimension sicher: “Man braucht die Menschen, die das machen – und wir haben noch nicht einmal genug Köpfe, die das stemmen können.“ Tristan Horx, der in seiner Keynote für wütenden Optimismus angesichts der vielen Krisen plädierte, nennt als weitere Herausforderungen den Mangel an Wissenschaftsjournalismus, der Menschen begeistert.
Ron Milo verdeutlichte in seiner Keynote zum Thema „Chancen und Risiken erneuerbarer Rohstoffe“ die Dringlichkeit eines Wandels anhand der stetig wachsenden, menschlich beeinflussten Masse. Diese übersteigt bereits die natürliche Masse auf der Erde. Eine innovative Lösung wird unter der Leitung von Milo im Labor des Weizmann Institut erarbeitet: Nach jahrzehntelangen Experimenten gelang es, E. Coli-Bakterien zu züchten, die Kohlenstoffdioxid aufnehmen, Zucker produzieren und damit nachhaltig auf Kohlenstoffdioxid wachsen können. Bei potenzieller Skalierung könnte dies von großem Vorteil sein, da Kohlenstoffdioxid maßgeblich am Treibhausgas-Effekt beteiligt ist.
Antonia Knapp, Doktorandin in der SCCHuB-Forschungsgruppe, und Hermine Mitter, Forschungsgruppenleiterin, forschen gemeinsam zur sozialen Nachhaltigkeitsdimension von Bioraffinerien. In Kooperation mit Forscher:innen der fünf Universitäten im Cluster werden verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte von Bioraffinerien beleuchtet. Die Forscherinnen des SCCHuB untersuchen in diesem Rahmen die soziale Nachhaltigkeitsdimension von Bioraffinerien in Österreich. Von besonderem Interesse sind Hemmnisse und mögliche Beschleuniger für die Verbesserung der sozialen Aspekte von Bioraffinerien.
Zum BOKU-Magazin.