Mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 hat sich Österreich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Die Fortschritte in der Umsetzung sind aber weit von dem entfernt, was es bräuchte, um das Ziel zeitgerecht zu erreichen. Um der Frage nachzugehen, wie Klimaneutralität umgesetzt werden kann, ohne dabei Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und soziale Stabilität zu gefährden, fand im Hotel Intercontinental am 18.03.26 eine Podiumsdiskussion des Club20 statt.
Die Diskussion wurde vom Kurier-Chefredakteur Christoph Schwarz geleitet. Neben Hermine Mitter waren Jesús Crespo Cuaresma (Wirtschaftsuniversität Wien), Michael Kowatschew (Mitgründer von Heizma), Tina Deutsch (Vorständin am KONTEXT Institut für Klimafragen) am Podium vertreten. Die Veranstaltung entstand in Kooperation mit der Förderinitiative eXplore!.
Als Kritik an der aktuellen Entwicklung wurden die mangelnde Wirksamkeit und Akzeptanz von politischen Maßnahmen angeführt. Dabei sei das Thema durchaus populär und die Zustimmung zum Klimaschutz auch in Österreich hoch, wie Hermine Mitter betonte. Sie führte deshalb auch an: „Klimaschutz scheitert nicht an mangelnder Popularität, sondern wird durch sozial-psychologische Barrieren und unzureichende politische Rahmenbedingungen ausgebremst.“
Neben den Hindernissen auf individueller Ebene wurde auch betont, dass eine Veränderung auf systemischer Ebene notwendig ist. Als Lösungen wurden unter anderem ein “Reframing” des Klimaschutzes angedacht sowie ein Wandel in der Kommunikation hin zu positiven Visionen, statt vorwiegend negativer Nachrichten. Menschenschutz und Klimaschutz stärker aufeinander zu beziehen könne das Thema greifbarer machen, gleich wie Investitionen in eine lebenswerte Umwelt den damit verbundenen Kosten für den Klimaschutz voranzustellen.
Die Initiative “Club20” wurde von Michael Tojner initiiert und versammelt regelmäßig Expert:innen aus Wirtschaft, Politik, Industrie und Wissenschaft, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Die Diskussionen finden öffentlich statt.